Norge på langs | Von aussen betrachtet…

17 Juli | Tag 48

Am 30. Mai, vor nunmehr 48 Tagen, habe ich meinen gewohnten Alltag verlassen und mich auf den Weg gemacht, das Land Norwegen der Länge nach zu durchqueren. Dies bedeutet für mich in ca. vier Monaten rund 2600 km zurückzulegen.  Für mich sind auf einer Reise wie dieser, die zurückgelegten Kilometer, die Erlebnisse unterwegs, die Begegnungen mit interessanten Menschen und ebenso das Erreichen des Nordkaps vielbedeutend. Zudem kann ich nach 48 Tagen feststellen, dass meine Gedankengänge und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, die meine Person und mein Leben betreffen, nicht minder wichtig sind. Eventuell ist es das, was am Ende dieser Reise als Antwort auf die Frage, was hat dir am meisten gefallen, stehen wird.

Diese Reise bietet mir die Möglichkeit meinen gewohnten Alltag zu verlassen und einen Blick von aussen auf diesen zu werfen.

Wenn ich mich im Zentrum meines Lebens aufhalte und dieses mit dem Mittelpunkt einer Kugel vergleiche, dann ist es nur schwer zu sagen, welche Farbe die Kugel von Außen hat.

Täglich habe ich sehr viel Zeit darüber nachzudenken, wie sich mein Alltag Zuhause gestaltet hat. Durch den Abstand zum Alltag, der mir durch diese Reise gewährt wird, kann ich mittlerweile beurteilen, was mir in Bezug auf mein eigenes Handeln, im Umgang mit mir vertrauten Personen oder in der Art und Weise wie ich lebe, gefällt oder nicht gefällt. Durch das Verlassen meiner gewohnten Umgebung, werden in mir Reaktionen hervorgerufen, die sich in Gefühlen wie Sehnsucht, Einsamkeit, Freude, Zufriedenheit und Gelassenheit äußern. Auf dieser Reise finde ich die Zeit diese Gefühle zu sortieren, zu beurteilen und Erkenntnisse daraus zu ziehen. Diese Zeit habe ich oft in meinem Alltag zu Hause vermisst.

Von außen betrachtet sind die Dinge einfacher zu verstehen und geben dir die Möglichkeit die Komplexität des Alltags zu ordnen.

Aus meiner Sicht werden auf einer Reise wie dieser, die Sinne für das Wesentliche geschärft, worüber ich außerordentlich froh bin. Es muss wahrscheinlich kein großes Abenteuer wie das meinige sein. Vielleicht genügen ebenso die kleinen versteckten Abenteuer in unseren Köpfen, um einen Blick von außen auf den eigenen Alltag zu werfen.

Ich wünsche mir, dass diese Reise für mich so weiter geht, wie sie nun bereits seit mittlerweile 48 Tagen andauert.

Ha der bra!

Tony

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